Lang Lebe die UPA—Ein Interview mit den Ingenieuren

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UPA

1980 wurde die UPA-1 als eines der ersten von Meyer Sound entwickelten und verkauften Produkte vorgestellt.  
Niemand kannte damals das Unternehmen oder ahnte, bei wie vielen Shows diese Systeme zum Einsatz kommen würden oder ob dieses neue Unternehmen von John und Helen Meyer überhaupt Bestand haben würde.

Heute, 31 Jahre nach der ersten UPA, sind UPA-Systeme, die im Jahr 1982 verkauft wurden, noch immer treue Arbeitstiere bei Rental Unternehmen wie DBS Audio in den USA oder Werner Audio in Deutschland. Die Systeme, die in der Ausseninstalltion der Waikiki Shell  dem heimtückischen Hawaiianischen Wetter trotzen, sind auch nach 20 Jahren noch ständig im Einsatz und selbst dieses Jahr wurde die non-powered UPA-1C von Sound Designer Jon Weston wieder für How to Succeed in Business am Broadway spezifiziert. Als self-powered Version ist die UPA-1P mit mehr als 30.000 Lautsprechern, die unser Werk in Berkeley verlassen haben, immer noch unter den Top 10 der meistverkauften Produkte von Meyer Sound. 
Und John und Helen Meyers Firma baut immer noch einen Lautsprecher nach dem anderen - in Handarbeit.

Die Erfolgsgeschichte der UPA beginnt mit den Ingenieuren, die schon von Anfang an mit den Meyers zusammenarbeiten. Jean Pierre Mamin,  jetzt Senior Fertigungsingenieur und 
Alexander (Thorny) Yuill-Thornton, Leiter der  Entwicklungsabteilung für digitale Produkte, sind zwei dieser Pioniere, die mit dem Unternehmen gewachsen sind und  stetig daran arbeiten, Meyer Sound Technologie zu definieren. Hier erinnern sie sich an die Geschichte der UPA:


Von L nach R:
Jean Pierre Mamin und Alexander (Thorny) Yuill-Thornton

TEIL 1

1. Sie spielten eine entscheidende Rolle bei der ursprünglichen UPA-1, die jetzt als self-powered Version UPA-1P produziert wird. Einige der ursprünglichen Systeme sind auch heute noch im Einsatz. Gab es jemals eine bestimmte Lebensdauer, die Sie bei der Entwicklung der UPA in Betracht gezogen haben?

Thorny: Die ersten Ingenieure bei Meyer Sound, darunter auch John Meyer, begannen ihre Karriere im Audio-Bereich zu einer Zeit, als man beim Setup eines Systems für eine Show sicher davon ausgehen konnte, dass einige Teile in irgendeiner Weise ausfallen würden. Ersatzteile dabei zuhaben war normal. Unser kleines Team hatte den Anspruch etwas Besseres zu schaffen.

Wir hatten keine bestimmte Lebensdauer geplant, als wir die UPA entwickelten. Unser Ziel war es, ein robustes System zu bauen, das einen Sturz aushalten würde, sofort weiterverwendet werden kann, Transporte übersteht und dann immer noch so klingt, wie zuvor. Diese Herausforderung brachte uns zusammen und ist bis heute eine der treibenden Kräfte des Unternehmens.

2. Gab es einen bestimmten Anlass, der das Team dazu brachte ein zuverlässigeres System bauen zu wollen?

Thorny: Mehrere Ingenieure unseres anfänglich kleinen Teams bei Meyer Sound, darunter auch John Meyer, kamen von McCune Sound. Unsere Erfahrungen dort prägten unser Audio-Verständnis  enorm.

McCune entwickelte und fertigte einen Großteil seines Equipments selbst und ich half beim Design einiger ihrer Mischpulte, während John Meyer Lautsprecherkabinette und Racks konzipierte, zu denen auch die JM3 zählte. Johns Konzept eines Lautsprecherdesigns war ein komplett integriertes System, das nur Strom und ein Audiosignal benötigt und als einzige Bedienelemente über einen Netzschalter und einen Lautstärkeregler verfügt. Sein Design war leistungsfähiger als alles, was damals auf dem Markt verfügbar war - obwohl John heute zugeben wird, dass seine damaligen Systeme nicht mit der heutigen Technologie mithalten könnten. Aufgrund der erhöhten Leistung jedes Lautsprechers benötigten wir weniger Systeme für eine Show. Deshalb war eine hohe Ausfallsicherheit von großer Bedeutung.


John Meyer und Jean Pierre Mamin während Lautsprechertest, circa 1984

3. Nachdem wir jetzt wissen, dass die UPA zwei, oder sogar auch drei Jahrzehnte einsetzbar ist, wie konnte das damals noch junge Unternehmen die Leute davon überzeugen, dass die UPA besser konstruiert war als andere Lautsprecher?

Thorny: Wir überzeugten mit unserer Liebe zum Detail und haben nicht am Material gespart. Einige Besucher auf den ersten AES Shows  klopften auf die Seite eines UPA Gehäuses und verstanden sofort, dass es steif und gut bedämpft war. Meyer Sound war in den frühen 80er Jahren ganz neu und niemand kannte uns. Damals waren es wirklich noch andere Herausforderungen.

4. Neben der Zuverlässigkeit, was waren die technischen Anforderungen bei der Entwicklung der UPA?

Jean Pierre: Zur damaligen Zeit hatte Meyer Sound nur ein einziges Produkt: den UM-Monitor. Die Kunden mochten ihn, aber er war nicht arraybar. John Meyer wollte ein kompaktes, arrayfähiges, authentisch klingendes Produkt, das einen größeren Abstrahlwinkel und eine kontrollierte horizontale Abstrahlcharakteristik haben sollte. John Meyer und Thorny entwarfen die trapezförmige Gehäuseform für die UPA, deren Design 1983 patentiert wurde. Der Rest ist Geschichte.

5. Die Trapezform war neuartig zu diesem Zeitpunkt.

Jean Pierre: Die Gehäuseform überraschte viele, macht aber wirklich Sinn – die Systeme sind arrayfähig und erleichtern das Rigging. Ich denke damals waren die Leute mehr von der Leistungsfähigkeit, Klangtreue und Gleichmäßigkeit in der Horizontalen beeindruckt.


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Dezember 2011



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