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Das Montreux Jazz Festival und Meyer Sounds M'elodie feiern einen Meilenstein

„Das System arbeitet hervorragend. Es hat so wenig EQ, wir mussten nur an wenigen Plätzen die Resonanz des Raumes um einige dB korrigieren. Die Frequenzgang ist wirklich sehr glatt.“

- Benoit Saillet
FOH Techniker, Miles Davis Hall, Montreux Jazz Festival

In Anbetracht dessen, dass es Jazz Festivals erst seit ca. 60 Jahren gibt, ist das 40jährige Jubiläum des Montreux Jazz Festivals in diesem Sommer ein wahrer Meilenstein in der Geschichte von Jazz- und Musikfestivals im allgemeinen. Als das Festival in den 70ern seinen 10ten Geburtstag feierte, traf Claude Nobs, der Gründer des Festivals auf John Meyer, der zu dieser Zeit als Leiter des akustischen Labors am Schweizer „Institut for Advanced Musical Studies“ tätig war. Vom Klang des Prototyps, den Meyer ihm vorführte begeistert, war Nobs der festen Überzeugung, dass die beiden in der Zukunft zusammen arbeiten würden.

Die Zeit kam 1986 als Nobs John und Helen Meyer anrief und ihnen mitteilte, dass er besseren Sound für das Festival benötigt. Können die beiden, die nun schon seit sieben Jahren Meyer Sound führten, ihm helfen? Meyers nutzten diese Chance. Das Montreux Jazz Festival würden ihnen nicht nur die Chance geben einem alten Freund zu helfen, es würden ihnen auch den perfekten Rahmen zur Präsentation ihrer Produkte bieten. Die Vielfalt der Veranstaltungsorte und Mannigfaltigkeit der dargebotenen Musikrichtungen würden ihnen die Möglichkeit geben, neue Produkte und Prototypen, die noch in der Entwicklung stecken im realen Leben zu testen. Meyer Sound wurde zum offiziellen Sound Sponsor des Festivals.

Seit dieser Zeit wurde das Festival mit jedem erfolgreichen Jahr größer, das Sound System immer ausgereifter und die Freundschaft zwischen Nobs und den Meyers tiefer. Musikalische Premieren wurden mit den Neuvorstellungen von Lautsprechern kombiniert. 2001, als Meyer Sound sein 15tes Sponsorenjahr feierte, überreichte Nobs den Meyers eine riesige goldene Kuhglocke um ihnen für ihre Unterstützung in all den Jahren zu danken. Die Inschrift der Glocke lautete: „ Für John und Helen Meyer: Danke für den goldenen Sound des Festivals.“

Das diesjährige Montreux Jazz Festival zog 250.000 Gäste an, die an 16 Konzerttagen mehr als 200 Künstler an verschiedensten Veranstaltungsorten, sowohl indoor als auch outdoor erleben konnten. Der Sound der diesjährigen Veranstaltung kam aus 370 aktiven Meyer Sound Lautsprechern inklusive des neuen M`elodie Ultracompact High-power Curvilinear Array Lautsprechers. In Anbetracht des Meilensteins, der mit dieser Veranstaltung erreicht wurde, waren auch John und Helen Meyer mit ihrer Familie während des gesamten Festivals anwesend.

Fünf schweizer und eine französische Verleihfirma lieferten das Meyer Sound System. Das Haupt-System-Design wurde von Marc de Fouquières von Dispatch, einem in Paris ansässigen Unternehmen, übernommen. Die Festival-Crew wurde von Produktionsleiter André Vouilloz, Sound Director Partick Vogelsang, Sound Crew Chief Loïc Joliat, Technical Support Chief Pascal Menghini und Designer und SIM Operator Martin Reich geführt.

Das Prunkstück des Festivals war wie in jedem Jahr das Auditorium Stravinski, in dem Größen wie B.B. King, Gilberto Gil, Mory Kanté, Santana und Sting vor mehr als 3.500 Leuten an jedem Abend spielten. Ein System aus MILO High-power Curvilinear Array Lautsprechern sorgte zusammen mit einem Array aus 700-HP Ultrahigh-power Subwoofern für einen klaren Sound für jeden einzelnen Zuschauer im Saal. „Im linken und rechten Fronthang haben wir je 10 MILO Boxen hängen und ein Array aus 3 MICA (Compact High-power Curvilinear Array Lautsprecher) das mono als Centerfill dient.“ sagt Stefan Wyss, FOH Techniker des Auditorium Stravinski. „Zusätzlich haben wir M1Den (Ultracompact Curvilinear Array Lautsprecher) in stereo als Nearfill über die Bühne verteilt. Zu guter letzt werden sechs 700-HP Subwoofer pro Seite als Kardioidsystem eingesetzt.“

Die Steuerung von Subwoofern ist kein neues Konzept. Es wurde schon 1957 in dem Klassiker „Acoustical Engineering“ von Harry F. Olson beschrieben. Im Auditorium Stravinski wurden 3 Stacks mit je 2 700-HP hintereinander geriggt und mit Delayzeiten zum Hauptarray versehen. . Dieses Arrangement leitet die Energie von den Subwoofern in einem kardioiden Abstrahlmuster ins Publikum wo sie benötigt wird und lenkt sie von der Bühne weg wo sie am wenigsten gewünscht ist. „Die Bühne ist sauber (frei von tiefen Frequenzen), das ist für uns am wichtigsten. Wir haben eine Menge akustischer Instrumente - Bass und Piano, zum Beispiel - und diese Steuerung der Subwoofer macht den Umgang mit Feedback-Problemen einfach (wenn die Bühne nicht mit tiefen Frequenzen überfüllt ist). Dieses System arbeitet einwandfrei.“ meint Wyss begeistert.

Monitor Techniker Gerome Burri arbeitete mit einem System aus Sidefill Arrays, die aus je vier M`elodie Lautsprechern bestanden und von zwei 600-HP High-power Subwoofern und einem Prototypen eines neuen aktiven Meyer Sound Stage Monitor ergänzt wurden. Zwei UPA-2P Compact Narrow Coverage Lautsprecher wurden zusammen mit einem USW-1P Compact Subwoofer als Monitor für Drummer und Schlagzeuger eingesetzt.

Unter dem legendären Auditorium Stravinski befindet sich die nicht minder angesehene Miles Davis Hall, in der Tracy Chapman eine Darbietung lieferte, die viele DIE Show des Festivals nannten. Der Sound dazu wurde vom langjährigen FOH Techniker Chris Ridgeway geliefert.
Die Halle mit ihren 2000 Zuschauerplätzen wurde mit einem System aus acht MICA Compact High-power Curvilinear Array Lautsprechern pro Seite und drei UPA-1P Lautsprechern als Frontfill sowie vier 700-HP Subwoofern beschallt. Ridgeway hatte schon auf der letzten Chapman-Tour mit MICA gearbeitet. Dieses System wurde auch für durchaus andere Musikacts wie den Eels, Reggae Künstlern wie Prince Buster, The Twinkle Brothers und Dub Judah, und Hip-Hoppern wie Gnarls Barkley, Atmosphere und Brother Ali eingesetzt. DJs und Drum-und-Bass Künstler wie Richie Hawtin, Maurizio und Q-Bert traten ebenso in der Miles Davis Hall auf.

Jedes Hauptsystem der Halle wurden von einem der drei Galileo Lautsprecher Management Systeme gesteuert. „Auf jeder Seite wurden die fünf obersten Boxen durch einen Ausgang gesteuert, die nächsten beiden durch einen weiteren Ausgang und die letzte MICA des Arrays durch einen eigenen Ausgang. So konnten wir den Pegel im gesamten Raum kontrollieren,“ erläutert der FOH –Techniker Benoit Saillet.

„Das System arbeitet hervorragend,“ setzt Saillet fort. „Es hat so wenig EQ, wir mussten nur an wenigen Plätzen die Resonanz des Raumes um einige dB korrigieren. Die Frequenzgang ist wirklich sehr glatt.“ Wenn die Halle voll ausgelastet ist, ist Platz wirklich Mangelware und erlaubt deshalb nicht das Selbe Subwoofer Set-up wie im Auditorium Stravinski. Die am Boden gestackten 700-HP erlaubten jedoch trotzdem genügend Tiefen für alle DJ Sets. Für Darbietungen die weniger basslastig sind,wurde das Galileo System so konfiguriert, dass ein Aux-Weg der Konsole den Gesamtlevel der Subwoofer kontrollieren konnte und so eine Steuerung von Song zu Song möglich war.

Wenn die Halle gefüllt war, nutzte Saillet das Galileo System um einen Mono-Mix der Show zum Miles Davis Club nebenan zu senden, in dem diejenigen, die keinen Platz mehr in der Miles Davis Halle gefunden hatten, das Programm über eine Videoleinwand sehen und über ein Hauptsystem aus einem M`elodie Array und 600-HP High-power Subwoofern mit einem Sidefill aus CQ-1 Wide Coverage Lautsprecher hören konnten. Neben der Übertragung der Shows aus der Miles Davis Hall wurde der Club auch für Darbietungen von DJs und kleineren Live-Bands genutzt.

Etwas weiter die Promenade runter wurde das Casino Barriére zum weiteren Veranstaltungsort für bedeutende Künstler der Jazz Szene wie Chick Corea, Herbie Hancock, Abdullah Ibrahim und Diana Krall und Pop Ikonen wie Randy Newman und Van Morrison.

Das Casino bereitete den System Designern und Technikern einige spezielle Probleme. Rémy Beuchat, FOH Techniker im Casino Barriér meint dazu „Wir wussten, dass wir, bedingt durch die unübliche Form des Raumes, einige zusätzliche Lautsprecher auf der linke Seite des Zuschauerraumes anbringen mussten. Das Publikum sitzt sowohl links als auch rechts und genau vor der Bühne, was einige Probleme bereitet. Die linke Seite ist wesentlich länger als die rechte, so dass wir ungleiche Reflektionen von den Wänden erhalten. Hinzukommt ein sehr niedrig gehaltenes Dach, was die Sache nicht vereinfacht. Aber mit M`elodie haben wir für das gesamte Publikum eine gute Abdeckung erreicht. Und da M`elodie so kompakt ist, konnten wir es per Hand aufhängen.“

Das System bestand aus fünf M`elodie Lautsprechern und einem 600-HP Subwoofer pro Seite, ergänzt durch drei M`elodies und einem 600-HP auf der linken Seite und einem UPA-1P Compact Wide Coverage Lautsprecher auf der Rechten. Ein 600-HP für die Tiefen und zusätzliche UltraSeries Lautsprecher für die Mitten/Höhen wurde als Frontfill eingesetzt.

Die Lautsprecher wurden von einem Galileo System gesteuert, das durch den Einsatz mehrerer Ausgänge ein genaues Tuning einzelner Teile des Systems erlaubte. „Das Line Array wurde im Galileo aufgeteilt, vier M`elodies des Arrays wurden durch einen Ausgang gesteuerte und der Fünfte durch einen weiteren,“ erläutert Beuchat. Zusätzlich wurden die linken/rechten Subs, die Center Subs, der Front- und Sidefill in einzelne Ausgänge aufgeteilt. Da ich sechs Eingänge zur Verfügung habe, kann ich einen linken, rechten und einen für die Subs für mich selbst nutzen und die anderen drei für Gast-Techniker nutzen, die vielleicht Änderungen am System vornehmen möchten. Ich mache nur einen Speicherauszug und schon kann es losgehen. Galileo ist wirklich fantastisch.“ Für Beuchat ist das Casino einer der best-klingendsten Räume des Festivals. „Es ist ein wirklich ruhiger Raum und ich liebe ihn einfach. Das Publikum sitzt ruhig da, keiner macht Krach und jeder konzentriert sich auf das Geschehen auf der Bühne.“ schließt er.

Die unglaubliche Atmosphäre Montreux´s konnte auch auf den weniger formellen und weitaus kühleren Outdoor-Bühnen aufgenommen werden. Die Parc Vernex Bühne mit einem weiteren M`elodie System mit 600-HP Subwoofer oder die Stage Under The Sky Bühne waren weitere Veranstaltungsorte für Künstler des Festivals.

Vize Präsidentin Helen Meyer fasst die Bedeutung des diesjährigen Montreux Jazz Festival am besten zusammen. „Von Anfang an wussten John und ich, dass wir die Kunst unterstützen müssen. Es ist wichtig, das wir, was immer wir können, mit Künstlern teilen. Dieses Festival zu sponsern ist für uns ein Weg unsere Ressourcen sinnvoll einzusetzen,“ sagt sie. „Es ist John ein großes Verlangen die Bedürfnisse von Claude zu befriedigen und dem Festival zu einem großartigen Sound zu verhelfen. Über die letzten 40 Jahre ist das Montreux Jazz Festival sowohl künstlerisch als auch an Größe und Bedeutung gewachsen und Meyer Sound tat es in den 20 Jahren in denen wir nun als Sponsor auftreten genau so. Wir haben versucht, mit neuem Equipment und neuen Technologien die Latte jedes Jahr etwas höher zu legen, und wenn wir all diese unglaublichen Musiker über unsere Systeme spielen hören und sehen, wie das Publikum von den Darbietungen verzaubert wird, und sehen, wie Claude all das mit einem riesigen Grinsen im Gesicht aufnimmt, fühlen wir die Bestätigung, dass wir etwas gutes für alle Beteiligten und die Musik getan haben.“

August, 2006


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