FOTOS

CNMAT und Meyer Sound arbeiten zusammen an sphärischem Lautsprecher Projekt

„Mit diesem Lautsprecher hatte ich großen Erfolg... Das Interesse am Lautsprecher ist enorm. Es gibt sogar schon jemanden, der einen der Lautsprecher sofort für akustische Raummessungen einsetzen möchte. Dabei sollen sphärische Mikrofon-Array-Messungen mit vom Lautsprecher künstlich erzeugten Harmonien verglichen werden.“

- Adrian Freed
Leiter der Forschungsabteilung bei CNMAT

Das Zentrum für Neue Musik und Audio Technologien (CNMAT) der University of California in Berkeley ist eine Brutstätte der Forschung auf den Gebieten Musik und Klang-Technologie. Hier werden zum Beispiel neue Methoden der Ausbreitung und der Räumlichkeit von Klang entwickelt.

Forschungen, die in akademischen Computermusik-Einrichtungen wie dem CNMAT unternommen werden, kündigen oft kommerzielle Innovationen an, die auf akademischen Technologien beruhen und machen somit diese Einrichtungen zu wertvollen Ressourcen aufstrebender Unternehmen. Das seit langem bei Meyer Sound bestehende Engagement für ausgedehnte Forschungen und die geografischen Gegebenheiten (das Meyer Sound Headquarter liegt nur ca. 3 Kilometer von CNMAT entfernt) waren nur zwei Bedingungen, die eine Allianz der beiden begünstigte.

Die Beziehung der beiden Institutionen hat über die Jahre einige Projekte hervorgebracht, einschließlich des VRAS (variable room acoustic system) Experimentes das in Zusammenarbeit von CNMAT, Meyer Sound und LCS Audio (seit kurzem Meyer Sounds LCS Series Produktreihe) am Meyer Sound ausgestatteten Roda Theater in Berkeley durchgeführt wurde. CNMAT ist außerdem verantwortlich für die Entwicklung des Open Sound Control (OSC) Protokolls, das erst vor kurzem in Meyer Sounds LCS Series Matrix3 Digital Audio System integriert wurde.

„Meyer Sound schaut immer nach vorn, denn ohne diese Einstellung kann man Entwicklungen nicht vorantreiben,“ sagt John Meyer, der Gründer und Geschäftsführer von Meyer Sound. „Wir forschen selbst viel, nicht immer nur produktorientiert, aber immer auf die Bedürfnisse unserer Märkte ausgerichtet. Die Partnerschaft mit CNMAT gibt uns die Möglichkeit auch auf weiter gelegenen Gebieten zu forschen und vielleicht auch ganz neue Wege zu beschreiten. Mit den Projekten die wir bisher mit CNMAT durchgeführt haben, konnten wir große Erfolge erzielen und sind wirklich dankbar für alles was sie bisher geleistet haben.“

Zurzeit unterstützt Meyer Sound die Bemühungen von CNMAT ein Lautsprecher Array zu entwickeln, das dazu in der Lage ist das Abstrahlverhalten von akustischen Musikinstrumenten nachzuahmen. Dieses Projekt ist Inhalt eines Dokuments mit dem Titel „A Compact 120 Independent Element Spherical Loudspeaker Array with Programmable Radiation Patterns" das die CNMAT Gruppe auf der letzten Audio Engineering Society (AES) Tagung in Paris vorstellte.David Wessel, der Leiter von CNMAT freut sich, eine kommerzielle Einrichtung gefunden zu haben, die bereit ist anzunehmen, was das Zentrum zu bieten hat. „Es ist extrem schwierig ein Unternehmen zu finden, das Forschungen in einem frühen Stadium zu schätzen weiß,“ bemerkt Wessel. „Kommerzielle Partner sind in der Lage unsere Arbeit in die Welt hinaus zu bringen, wo unsere Forschungen in neue Produkte einfließen können. Wir sind in der glücklichen Lage, mit Meyer Sound einen Partner gefunden zu haben, der versteht, wie unsere Arbeit sowohl ihre als auch unsere Zukunft bereichert. Wir werden unsere Fachkenntnisse mit ihren kombinieren und uns mit John und Perrin Meyer beratschlagen. Diese Synergie ist für beide Seiten sehr aufregend.“

Das Prinzip das bei diesem Lautsprecher Array Projekt untersucht wird, beruht auf der unterschiedlichen Ausbreitung von Sound bei akustischen Instrumenten und herkömmlichen Lautsprecher Arrays. Das Abstrahlverhalten von Instrumenten variiert in den Frequenzen und ist für jedes Instrument anders. Im Gegensatz hierzu werden Lautsprecher mit anderen Zielstellungen entwickelt: sie sollen möglichst keine unterschiedlichen akustischen Eigenschaften besitzen oder abweichende Frequenzen wiedergeben und von Box zu Box komplett gleichmäßig sein. Die Unterschiede zwischen dem Verhalten von Instrumenten und bestehenden Lautsprecher Arrays werden besonders bei musikalischen Situationen sichtbar, die sowohl elektronische als auch akustische Instrumente einsetzen und bei denen die Klänge normalerweise nicht weich ineinander fließen.

Das Projekt der CNMAT versucht ein Lautsprecher Array zu entwickeln, das sich an nur einem Ort befindet und dessen Abstrahlverhalten von einem eingebauten DSP gesteuert wird.
Nach anfänglichen Experimenten, die bestehende aktive Lautsprecher mit kompakten würfelförmigen Arrays kombinierten, sind die Forschungen nun soweit erste sphärische Prototypen zu entwickeln. Der letzte Prototyp von dem im AES Dokument berichtet wird, ist ein Ikosaeder (Zwanzigflächner) mit 10 Zoll Durchmesser der 120 1,25 Zoll Treiber von Meyer Sound beinhaltet, die alle von eigenen Audio Kanälen gesteuert werden. Zusätzlich sind Kontrollerkarten für alle Steuerungen und Klasse D Verstärker-Funktionen integriert. Das Array wird über ein Gigabit Ethernet gesteuert.

Die Entstehung von Wellenfeldern ist momentan ein angesagtes Forschungsthema. Der Hauptteil der Forschungen ist jedoch auf die Entwicklung von Signalumwandlern, bestehend aus mehreren Signalumwandlern in ebenen Systemen, gerichtet. Dieser sphärische Lautsprecher ist einzigartig, da er ein kompaktes sphärisches Array ist, mit dem man mit Hilfe von WFS dreidimensionale Wellenfelder erzeugen kann. Sowohl ebene als auch sphärische Lautsprecher werden für zukünftige Erweiterungen interessante Möglichkeiten bieten.

Die Forschungsergebnisse dieses Projekt betreffend wurden vom CNMAT Forscher Peter Kassakian sowohl im letzten Jahr bei der IEEE (International Conference on Acoustic, Speech and Signal Processing) als auch bei zwei früheren AES Ausstellungen präsentiert. Zusätzlich zur Unterstützung durch Meyer Sound, ist das UC Discovery Grant vom Industry-University Cooperative Research Program (IUCRP) in dieses Projekt involviert um bildet somit eine Partnerschaft zwischen der University of California, industriellen Sponsoren und dem Staat Kalifornien.

Unsere Mission ist es, neue Wege zu erschließen und herauszufinden, wie die von uns entwickelten Technologien sinnvoll eingesetzt werden können,“ sagt Adrian Freed, Direktor der Forschungsabteilung bei CNMAT. „ Das Projekt des sphärischen Lautsprecher Arrays ist eine neue Betrachtungsweise der Klangwiedergabe, das - für den Anfang - bei Raumakustikern, Musikern und der wissenschaftlichen Gemeinschaft zum Einsatz kommen wird. An dieser Sache zu arbeiten ist ein wirklicher Nervenkitzel, aber wir sind uns bewusst, dass diese rein wissenschaftliche Arbeit nur mit Unterstützung stattfinden kann und möchten deshalb Meyer Sound, dem IUCRP und natürlich der University of California unsere Dankbarkeit ausdrücken, für die unsere Arbeit überzeugend genug ist um sich selbst darin zu investieren. Wir denken, es wird für alle eine gute Investition sein und wir werden viel Spaß haben bei diesem Vorgang neue Welten zu eröffnen.“

Dieses Projekt wurde zum ersten Mal im Rahmen einer Lautsprecher- und Beschallungs-Klausurtagung vorgestellt. Freed berichtet, dass das Projekt begeistertes Interesse in Paris hervorgerufen hat. „Mit diesem Lautsprecher hatte ich großen Erfolg,“ sagt er. „ die anschließende Poster-Präsentation sollte von 9.00-10.30 Uhr dauern, aber ich sprach ununterbrochen bis 17.00 Uhr. Ich verbrachte sogar mehrere Stunden im Gespräch mit Stanley Lipschitz, der der akustischen Forschungsbehörde angehört. Das Interesse am Lautsprecher ist enorm. Es gibt sogar schon jemanden, der einen der Lautsprecher sofort für akustische Raummessungen einsetzen möchte. Dabei sollen sphärische Mikrofon-Array-Messungen mit vom Lautsprecher künstlich erzeugten Harmonien verglichen werden.“

Die Teilnehmer der Tagung waren wegen des funktionsfähigen Prototypens sehr aufgeregt. Mehrere Wissenschaftler erzählten Freed von Problemen, die sie beim Entwickeln von dodecahedralen (zwölfflächigen) und icosahedralen (zwanzigflächigen) Lautsprechern hatten und wie ermutigend es ist, einen Lautsprecher zu sehen, der alle ihre Probleme löst und jeden Treiber einzeln steuern kann.

Nachdem Freed die Teilnehmer der AES Tagung überzeugt hatte, brachte er den Prototypen zum IRCAM (Institut de Recherche at Coordination Acoustique et Musique), dem berühmten französischen Computer Musik Zentrum das im Centre Pompidou seinen Sitz hat. Sowohl Wessel als auch Freed haben in der Vergangenheit in diesem Zentrum gearbeitet. Wie auf der AES begann Freed auch hier seine einstündige Präsentation um 15:00 Uhr und beantwortete die letzte Frage 6 Stunden später.
Weitere Informationen zu CNMAT und dem sphärischen Lautsprecher Array Projekt finden Sie unter:

http://cnmat.berkeley.edu

Juli, 2006


VERWANDTE PRODUKTE

Matrix3

VRAS



Footer

Startseite Produkte Sound lab News Unternehmen Support title= Sales/Rentals Kontakt Informationsanfrage Impressum AGB Markenzeichen